Bottom of Society: Sklaverei & Unterdrückung

 

Willst Du wissen, warum dieser Mann am ganzen Körper weiß ist?
Warum er in einem heruntergekommenen und dreckigen Keller umherkriecht?
Um was es in diesem Shooting überhaupt geht?
Um Sklaverei und Unterdrückung natürlich!

 

Über „Bottom of Society“

Ich wollte Bilder der Sklaverei kreieren; Leid, Hunger und Durst aufzeigen. Obwohl mein Modell so weiß wie einer der Maya-Sklaven in „Apocalypto“ ist, geht es in diesem Shooting jedoch nicht speziell um die Maya, sondern um Sklaven im Allgemeinen. Es ist ein Tribut an den „Bodensatz der Gesellschaft“, egal wo auf der Welt er sich befindet und durch wen auch immer dieser Zustand verursacht wurde!

 

Weiß angemalte Sklaven in „Apocalypto“ – wovon redet sie? Was genau hat sie zu diesem Shooting inspiriert? Lies weiter und Du erfährst alles!

 

Über Sklaverei

Die Sklaverei ist ein System, in dem es Individuen gestattet ist, andere Individuen zu besitzen, sie zu erwerben oder sie an andere zu verkaufen. Ein Sklave kann aus so einem Arrangement nicht zurücktreten. Er oder sie arbeitet, ohne dafür in irgendeiner Form bezahlt zu werden. Die Sklaverei existierte in vielen Kulturen bereits vor der schriftlich festgehaltenen Geschichte. Man konnte ein Sklave werden durch Geburt oder Gefangenschaft. Während des Kolonialismus wurden vielen Afrikaner dazu gezwungen, auf amerikanischen Baumwollfeldern zu arbeiten. Es ist auch allgemein bekannt, dass die Ägypter Sklaven benutzten, um ihre Pyramiden zu errichten. Eine Person zu besitzen ist inzwischen in vielen Ländern illegal. Das bedeutet jedoch nicht, dass das eine Sache der Vergangenheit ist. Es gibt geschätzte 45,8 Millionen Menschen weltweit, die in einer modernen Form der Sklaverei leben. Beim so genannten Menschenhandel werden sowohl Erwachsene als auch Kinder immer noch zu nicht oder kaum entlohnter Arbeit oder Prostitution gezwungen.

Sklave Fotoshooting, Sklave, mann mit jeans fotoshooting

 

 

Inspiriert durch „Apocalypto“

Im Film „Apocalypto“ sind die Sklaven der Maya ganz weiß, weil sie Kalkstein abbauen müssen. (Die Maya bauten tatsächlich Kalkstein ab.) Einige Historiker betonen, dass Menschenopfer bei den Azteken viel häufiger vorkamen als bei den Maya. Sie lebten nicht im Dschungel, weil es überall Maya-Städte gab. Und sie bauten Mais und andere landwirtschaftliche Produkte an und aßen eben nicht die ganze Zeit Fleisch, wie das im Film dargestellt wird. Das heißt, alle südamerikanischen Ureinwohner wurden in einen Topf geworfen und dann wurde kräftig umgerührt und gewürzt. Aber wenn man dies alles außer Acht lässt, schaffte es Mel Gibson, wenigstens einige Ähnlichkeiten mit der Realität herzustellen. Denk immer daran: Ein Film ist immer Fiktion und nie Geschichte!

 

Es gibt auch viele positive Aspekte an diesem Film, wie ich Dir jetzt zeigen möchte:

 

1. Geben & Teilen statt Ausbeuten

Die Maya im Dschungel leben in großer Dankbarkeit für all das, was ihnen der Wald zur Verfügung stellt. Sie wissen, dass sie sich um den „Garten“ kümmern müssen, wenn sie im kommenden Jahr wieder etwas essen wollen. Und sie nutzen alles, was sie vom Wald bekommen und werfen nicht einen Großteil davon weg.

 

© Szene aus Mel Gibsons „Apocalypto“: „Der Mensch wird immer weiter nehmen und nehmen. BIs die Welt eines Tages sagt: Es gibt mich nicht mehr, und ich habe nichts mehr zu geben.“

 

Und dann bekriegen sich die Nationen… wegen den letzten kläglichen Resten? Vielleicht sollten wir uns diese Worte zu Herz nehmen und uns wie die ach, so intelligenten Wesen, aufführen, die wir glauben zu sein: Fangt an, euch um eure Welt zu kümmern und um die Leute um euch herum!

 

2. Schafft man das Klassensystem ab, bekommt man eine große, glückliche Familie

Der erste Teil des Films dreht sich um das Dorf im Dschungel. Kinder sind wichtig. Männer und Frauen lieben und achten sich. Manchmal gibt es Missverständnisse. Manchmal machen sich einige einen Spaß aus irgendwem. Aber ansonsten wird viel gelacht. Keiner ist einsam, weil die Dorfbewohner füreinander da sind. Zusammen sind sie stark.

Bis die Unterdrücker kommen…
In der Stadt gibt es eine straffe Hierarchie. Es gibt die Reichen und die Armen, die Herren und die Diener. Und die Bewohner sind nicht besonders glücklich…

 

3. Machtstrukturen und Unterdrückung stören den Frieden

Wenn eine Kultur aufhört, sich um seine Umwelt zu kümmern, vergiftet sie sich nach und nach selbst. Wenn den Menschen alles egal ist, die Natur genauso wie die Armen, Schwachen und Fremden, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sie sich im Niedergang befindet. Das ist die Botschaft dieses Films. Aber dies trifft nicht nur auf die Maya (Azteken) mit ihren Menschenopfern zu. Irgendwie passt es auch zu unserer heutigen Welt. Selbst wenn wir keine Pyramiden besitzen, von denen wir Menschen stoßen können…

 

Sklave Fotoshooting

 

 

4. Lass Deine Ängste los!

Der Hauptdarsteller flieht, die Soldaten jagen ihm hinterher. Aber erst als er seine Ängste über Bord wirft und sich seinen Feinden stellt, ist er erfolgreich. Nun werden die Jäger zu den Gejagten. Und als ein noch viel größerer Jäger an der Küste anlegt (die spanischen Invasoren), schafft er es endlich, mit seiner Familie zu entkommen. Er hat seine Ängste zurückgelassen und ist jetzt mutig genug, ein neues Leben zu beginnen.

Hab keine Angst, klammere Dich nicht an Deinen Gewohnheiten fest, sondern bau Dir Deine eigene Zukunft auf. Nicht nur für Dich selbst oder für Dein eigenes Land, sondern für die ganze Welt. Weil wir alle auf demselben Planeten wohnen und dasselbe Schicksal teilen.

 

Fazit

Es ist vielleicht kein historisch korrekter Film über die Maya. Aber er ist es wert, gesehen zu werden, weil er uns an unsere eigenen Fehler erinnert, so dass wir es künftig besser machen können. Mel Gibson hat in einem Interview gesagt, dass die blutrünstigen Maya repräsentativ sein sollten für die amerikanische Gesellschaft mit ihrem verschwenderischen Lebensstil und ihrem ständigen Bedarf nach Unterhaltung. Wenn er Amerikaner in einem Film gezeigt hätte, wäre die Wirkung wohl verpufft, denn schließlich wird dieses Verhalten als „normal“ angesehen. Natürlich geht es nicht darum, die amerikanische Gesellschaft im Speziellen zu kritisieren. Mel Gibson ist Amerikaner, deswegen dachte er zuerst an sein eigenes Volk. Ich denke jedoch, dass das eher ein universeller moralischer Kampf ist; also ein Film über die moderne Gesellschaft im Allgemeinen.

Es geht in „Apocalypto“ folglich nicht unbedingt darum zu sagen: „Hey, es war höchste Zeit, dass die Weißen nach Amerika kamen, denn die Maya waren böse“ (auch wenn Mel Gibson dafür berüchtigt ist, rassistische Äußerungen von sich zu geben, wenn er betrunken ist). Es geht vielmehr darum, uns allen einen Spiegel vorzuhalten.
Zumindest hoffe ich das.

 

 

Hast Du „Apocalypto“ gesehen? Wie hast Du den Film verstanden?
Denkst Du, dass es Zeit ist, die Welt zum Bessern zu verändern?
Oder glaubst Du, dass Zusammenhalt nur was für Schwache ist?
Was auch immer ihr denkt: Seid nett zueinander!

 

 

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